Unser Gründer Matthias Frank ist zertifizierter persolog-Trainer und arbeitet mit dem persolog Persönlichkeits-Modell – vielen noch als DISG bekannt. Es ist eines der Werkzeuge, das in fast allem steckt, was wir tun: im Einzelcoaching, in der Paarberatung, in der Arbeit mit Teams und Gemeinden.
Warum? Weil die meisten Reibungen zwischen Menschen nicht daran liegen, dass einer recht hat und der andere nicht. Sie liegen daran, dass wir verschieden ticken. Der eine entscheidet schnell und will Ergebnisse, die andere braucht Zeit und Sicherheit. Der eine redet, um zu denken, die andere denkt, bevor sie redet. Ein gutes Persönlichkeitsmodell gibt diesen Unterschieden eine Sprache – ohne Menschen in Schubladen zu stecken.
In diesem Artikel erklären wir, was hinter dem persolog Persönlichkeits-Modell DISG steckt. Zudem bedeuten die vier Dimensionen etwas, und wir zeigen, wie wir damit arbeiten.
Was ist das persolog Persönlichkeits-Modell?
Die Wurzeln reichen fast hundert Jahre zurück. 1928 beschrieb der amerikanische Psychologe William Moulton Marston, wie Menschen ihr Verhalten an ihre Umgebung anpassen – je nachdem, ob sie ihr Umfeld als freundlich oder herausfordernd erleben und ob sie sich ihm gegenüber stark oder weniger stark fühlen. Daraus entstanden vier Grundmuster. John Geier entwickelte in den 1970er-Jahren daraus ein Fragebogen-Instrument, und in den 1990er-Jahren brachte Friedbert Gay das Modell als DISG nach Deutschland.
Heute heißt es persolog Persönlichkeits-Modell. Die persolog GmbH aus Remchingen bei Karlsruhe hat das Instrument gemeinsam mit Geier weiterentwickelt, 2018 die Rechte an seinem Lebenswerk übernommen und das Modell seither in eigener Verantwortung gepflegt – kontext- und situationsbezogen, in über 30 Sprachen, mit weltweit mehr als 14.000 zertifizierten Trainerinnen und Trainern. Wer „DISG“ kennt, kennt also den Vorläufer; wer heute damit arbeitet, arbeitet mit persolog.
Drei Dinge sind uns an dem Modell wichtig. Es beschreibt Verhalten, nicht Charakter oder Wert eines Menschen – und Verhalten lässt sich verändern. Es kennt kein gutes oder schlechtes Profil; jede Dimension hat Stärken und Schattenseiten. Und es ist ausdrücklich ein Entwicklungswerkzeug, kein Auswahlinstrument: Es hilft, sich selbst und andere zu verstehen – nicht, Menschen zu sortieren.
Die vier Dimensionen: D, I, S, G
Jeder Mensch trägt alle vier Dimensionen in sich – in unterschiedlicher Ausprägung. Das Profil zeigt, welche davon das eigene Verhalten prägen und wie sie zusammenspielen:
- D – dominant. Direkt, entschlossen, ergebnisorientiert. Menschen mit starkem D wollen gestalten, entscheiden und vorankommen; sie nehmen Herausforderungen an und reden Klartext. Unter Druck werden sie ungeduldig und fordernd.
- I – initiativ. Kontaktfreudig, begeisterungsfähig, überzeugend. Menschen mit starkem I bringen Energie in jeden Raum, gewinnen andere für Ideen und brauchen Anerkennung. Unter Druck werden sie sprunghaft und verlieren Details aus dem Blick.
- S – stetig. Geduldig, loyal, hilfsbereit. Menschen mit starkem S halten Teams zusammen, hören zu und brauchen Verlässlichkeit. Unter Druck weichen sie Konflikten aus und sagen Ja, wo sie Nein meinen.
- G – gewissenhaft. Genau, analytisch, qualitätsbewusst. Menschen mit starkem G wollen es richtig machen, prüfen Fakten und brauchen Klarheit und Zeit. Unter Druck werden sie perfektionistisch und kritisch – mit sich und anderen.
Was das persolog-Profil von einem einfachen Typentest unterscheidet: Es fragt nach dem Verhalten in einem konkreten Umfeld – zum Beispiel im Beruf oder in der Partnerschaft – und unterscheidet zwischen dem, wie ich mich selbst sehe, und dem, wie ich mich nach außen zeige. Erst dieser Blick macht die interessanten Fragen sichtbar: Warum bin ich zu Hause ein anderer als im Büro? Warum kostet mich meine Rolle in der Gemeinde so viel Kraft?
Wie wir damit arbeiten
- Im Einzelcoaching. „Wer bin ich?“ ist die erste Frage jeder beruflichen Neuorientierung – auch in unseren AVGS-Coachings. Das Profil zeigt, welche Aufgaben und Arbeitsumgebungen zu jemandem passen, warum ein alter Job Kraft gekostet hat und wie man sich im Bewerbungsgespräch authentisch präsentiert.
- In der Paarberatung. Viele Paar-Konflikte sind Interessenskonflikte: Der D-Partner entscheidet, die S-Partnerin fühlt sich übergangen. Der I-Partner will reden, die G-Partnerin erst nachdenken. Wenn beide ihr Profil kennen, wird aus „Du bist unmöglich“ ein „Du bist anders – und ich verstehe jetzt, wie“.
- In Teams und Gemeinden. Leitungsteams, Mitarbeiterkreise und Vorstände arbeiten besser, wenn sie wissen, wer welche Stärke einbringt und wo Reibung entsteht. Ein Team-Workshop mit persolog ist oft der erste Schritt, bevor über Strukturen und Rollen gesprochen wird.
- In der Seelsorge. Auch hier hilft das Modell – etwa um zu verstehen, warum jemand sich in einer Rolle verausgabt, die nicht zu ihm passt, oder warum ein Gespräch immer wieder an derselben Stelle hakt.
Was das Modell nicht ist: kein Test, den man bestehen muss, keine Diagnose und keine Entschuldigung („Ich bin halt D“). Es ist auch kein Ersatz für die ausführlicheren Persönlichkeitsmodelle der Forschung – dafür ist es anschaulich, schnell verstanden und im Alltag sofort anwendbar. Genau das macht es als Gesprächsöffner so wertvoll.
So läuft es ab
- Fragebogen. Sie beantworten den persolog-Fragebogen online, in etwa 20 bis 30 Minuten, bezogen auf ein Umfeld Ihrer Wahl – Beruf, Partnerschaft oder Ehrenamt.
- Profil. Daraus entsteht Ihr persönliches Profil: Ihre Ausprägung in den vier Dimensionen, Ihre Stärken, Ihre Bedürfnisse, Ihr Verhalten unter Druck und Hinweise, wie Sie mit anderen Dimensionen gut zusammenarbeiten.
- Auswertungsgespräch. Das Profil ist der Anfang, nicht das Ergebnis. Im Gespräch verbinden wir es mit Ihrer Situation – mit der Frage, die Sie zu uns geführt hat.
Formate: als Baustein im Einzelcoaching oder in der Paarberatung, als Team-Workshop (halber oder ganzer Tag) für Leitungsteams, Mitarbeiterkreise und Vorstände, oder als Impulsabend in der Gemeinde. Die Konditionen finden Sie auf unserer Preisseite; die Kosten für das Profil selbst nennen wir Ihnen im Erstgespräch.
Verstehen, statt zu urteilen
Der größte Gewinn eines Persönlichkeitsmodells ist nicht das Wissen über sich selbst. Es ist die Milde, die daraus entsteht – mit sich und mit anderen. Wer versteht, warum der Kollege so entscheidet, die Partnerin so reagiert oder der eigene Dienst so viel Kraft kostet, kann anders damit umgehen. Nicht alles ist Charakterschwäche. Vieles ist einfach ein anderes Profil.
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